Rundgang auf der Frankfurter Buchmesse 2010 am 7. und 8. Oktober 2010


In diesem Jahr hatte ich noch mehr Termine als im vorigen Jahr zu absolvieren. Nach straffer Terminplanung traf ich mich mit Verlagen, die ich durch unsere Buchpräsentationen beeindruckt hatte und stellte mich nun persönlich vor.

Noch immer bin ich davon überzeugt, dass wir Literaturagenten, leider nicht alle, eine wichtige Vorarbeit leisten, um die Spreu vom Weizen zu trennen und so konnte ich auf der diesjährigen Buchmesse schon viel mehr Verständnis dafür aufbringen, dass es nicht unbedingt an unseren Projekten liegt, die zum größten Teil als sehr gut eingeschätzt werden, sondern daran, dass es einfach zu viele feste Autoren gibt, sodass es für unbekannte Autoren wirklich schwer ist Fuss zu fassen.

Auch traf ich mich mit Frau Hildegard Brendel vom www.Börsenbuchverlag.de, stellte mich dort vor und überzeugte sie von unserer Philosophie, die als Dienstleistungsnetzwerk funktioniert, dass wir für alle Gewerke rund um das Buch auf Dienstleister zurückgreifen können, die auch Sie in Anspruch nehmen kann. Outsourcing wird auch in den Verlagen großgeschrieben.

Interessant war auch das Gespräch mit dem Verleger Òscar Castillo Rojas aus Costa Rica, der mich als Agentin suchte um die Bücher seines Verlages in Deutschland zu vermitteln. Mein Spanisch ist nicht als zu gut und so bekamen wir schnell Hilfe vom Nachbarstand, der meine Worte übersetzen konnte.

In einem anderen Gespräch half mir der Computer und Google und der Translater, der meine deutschen Worte prompt ins Englische übersetze. Verstehen konnte ich Herrn Srinivasula Mekala recht gut, doch mein ENGLISCH ist nicht ausgeprägt. Er wollte uns dafür gewinnen, seine Medinzinbücher in Deutschland zu vermarkten. Er warb mich für Recherchen, die ich für ihn machen werde, da wir den deutschen Buchmarkt viel besser kennen.

In einer Pause traf ich mich mit einer Autorin bei einem Espresso, die durch einen anderen Agenten ordentlich über den Tisch gezogen wurde. Sie klagte mir ihr Leid, doch in diesem Fall kam alle Hilfe zu spät, die Agentur war insolvent und das schöne Geld bekommen nun die Insolvenzverwalter.

Für mich völlig neu war die Erfahrung, dass Agenten nicht nur Bücher vermitteln, sondern auch Gewerke untereinander. So sprach ich mit Glendija Tunena aus Lettland, die für den deutschsprachigen Raum Aufträge für ihr Druckhaus sucht. Sie sprach ein fast fehlerfreies DEUTSCH und so konnten wir uns gut austauschen. Lettland gehört zur EU, es fällt keine Mehrwertsteuer und kein Zoll an, die Spedition bietet gute Preise. Sie drucken hochwertige Bücher, Bildbuchbände, Kalender und vieles mehr. Ich versprach ihr, meinen Partnern ihre deutschsprachige Broschüre zu übergeben. Siehe auch unter: www.jt.lv

Am Freitag ging es ähnlich zu, doch an diesem Tag wollte ich mich treiben lassen, mir neue Verlage ansehen, gerade im Kinderbuchbereich wollte ich mich umsehen, da ich bisher hier so gut wie keine Erfolge erzielen konnte. Die Halle 3.0 war übervoll, ein Gedrängle und Geschubse, das waren nicht nur Fachbesucher… so verließ ich die Halle um eine Lesung einer neuen Autoren zu besuchen. Anne Köhler las aus ihrem ersten Buch mit dem Titel: Nichts werden, macht auch viel Arbeit und dem Untertitel: Mein Leben in Nebenjobs. Es war köstlich den ersten Kapiteln zu lauschen. Die Autorin hatte Humor und gab mir ihr erstes Autogramm in das Buch, was ich unbedingt haben wollte. Es ist bei www.dumont-buchverlag.de erschienen. Nach diesem Spaß gönnte ich mir einen Rundgang auf dem Innenplatz. Bei Sonne saß ich im Biergarten vor dem Forum F.1, in dem der Ehrengast der diesjährigen Buchmesse Argentinien ausstellte. Da ich keinen wirklichen Zugang zu diesem Land habe, erinnerte ich mich an das Fußballspiel Deutschland-Argentinien, deren vier Tore ich an vier verschiedenen Stellen gehört und gesehen hatte.

Es war der 3. Juli 2010, eigentlich sollte ich im Garten meines Bruders in Motzen sitzen, doch ich war wie jeden Sommer als Tutor tätig und musste gerade an diesem Tag, bei großer Hitze meine vier Kinder vom Flughafen Tegel abholen.

Das erste Tor der deutschen Mannschaft sah ich noch zuhause, das zweite hörte ich an der Tankstelle neben dem Flughafen, das dritte im Parkhaus von Tegel und das vierte in großer Multikultigemeinschaft im Bistro des Flughafens auf großer Leinwand, weil die Maschine aus Paris Verspätung hatte. Und immer, wenn der schon fast verzweifelte Trainer, Diego Madonna ins Bild kam, raunte die ganze Gesellschaft im Chor: oooooooooohhhhhhhhhhh. Das fiel mir ein, als ich die Halle und den Schriftzug Argentinien sah.

Nach kurzer Pause schlenderte ich noch an den vielen Ständen vorbei um mich ein wenig abzulenken, auch das Zelt mit den Antiquariaten wollte ich mir ansehen, denn noch immer bin ich auf der Suche nach den Märchenbüchern von KONRAD FISCHER, die wir als Agentur neu veröffentlichen wollen. Doch ich wurde nicht fündig, doch einige versprachen mir, mich zu informieren, wenn neue auftauchen.

Insgesamt bin ich an beiden Tagen ca. 20 Kilometer gelaufen, wenn das mal reicht, denn meine Füße waren platt, doch ich war zufrieden und nur darauf kommt es an.

Am Samstag, nach einem Stadtbummel in Mainz und dem Besuch des Marktes traf ich mich wie im vorigen Jahr mit Helmut May bei Buch-Habel in der Römerpassage. Wir besprachen bei Kuchen und Kaffee die neuen Projekte und dass es einen ersten Lesetermin im Erzählcafé „Leib& Seele“ in Wiesbaden gäbe, zu der er mich herzlich einlade.
Er startet mit dem Thema: Mein Leben verdichtet sich zu Romanen
am 11. Dezember 2010 in die neue Saison der Volkshochschule Wiesbaden.
Weitere Informationen gibt es unter: www.vhs-wiesbaden.de

Helmut May gehört zu den Autoren, die jedes Jahr ein neues Buch herausbringen könnten, für ihn setze ich mich besonders ein, denn seine Bücher beinhalten Leben, sein Leben, seine Reise durch das Leben und wir LESER können an seinen Reisen teilhaben. Noch in diesem Jahr wird es ein erstes E-Book geben, das bei www.tredition.de in Hamburg erscheinen wird.

Insgesamt aufregende Tage und jetzt geht es an die Abarbeitung. Die Buchmesse gibt einem neuen Schwung, inspiriert und motiviert zu neuen Höchstleistungen. Im Auftrag meiner Autoren werde ich alles versuchen.

Inge Kasan
Oktober 2010

 
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